Leiden Sie an Pollenallergien? Aktuell sind gerade im Süden von München besonders Hasel- und Erlenpollenproblematisch, aber auch Pollen von Ulme, Pappel und Weide. In wenigen Wochen wird Birke wahrscheinlich zum dominanten Allergieauslöser. Wenn es warm, trocken und windig ist, steigt die Pollenbelastung noch mehr an.
In diesem Artikel wird die Anwendung von Akupunktur zur Linderung von Heuschnupfen und Allergien untersucht. Erfahren Sie mehr über die traditionelle chinesische Behandlungsmethode und wie sie vielleicht auch Ihnen bei Allergien helfen kann, Ihre Symptome auf natürliche Weise zu reduzieren.
Kurze Einführung in die Akupunktur
Was ist Akupunktur?
Die Akupunktur ist eine Therapie der traditionellen chinesischen Medizin, bei der feine Nadeln in spezifische Akupunkturpunkte des Körpers gesetzt werden, um den Energiefluss (Qi) zu regulieren. Keine Angst, das tut nicht weh! Diese Behandlung zielt darauf ab, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen und somit Symptome zu lindern und die Gesundheit zu fördern. Die Wirkung der Akupunktur ist vielfältig, nachweisbar und unterstützt Ihr Immunsystem und damit den gesamten Körper.
Geschichte der Akupunktur
Die Geschichte der Akupunktur reicht viele Jahrtausende zurück. Sie ist tief in der traditionellen chinesischen Medizin verwurzelt. Ursprünglich in China entwickelt, hat sich die Akupunktur im Laufe der Zeit weltweit verbreitet. Seit den 50er Jahren gibt es Akupunktur in Deutschland. Sie ist als eine wirksame Behandlung für eine Vielzahl von Indikationen anerkannt. Diese sind z.B.
Rückenschmerzen: Chronische Schmerzen der Lenden- und Halswirbelsäule.
- Gelenkschmerzen: Kniearthrose (Gonarthrose), Hüftschmerzen, Schulterschmerzen.
- Kopfschmerzen: Migräne, Spannungskopfschmerz.
- Sonstige Schmerzen: Tennisellenbogen, Karpaltunnelsyndrom, Fibromyalgie, rheumatische Schmerzen.Weitere Indikationen sind:
- Allergien & Atemwege: Heuschnupfen (allergische Rhinitis), Asthma bronchiale, Bronchitis.
- Frauenheilkunde: Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhö), Schmerzen während der Geburt.
- Magen-Darm: Verstopfung, Durchfall, Übelkeit/Erbrechen (auch nach Operationen oder Chemotherapie).
Diese Therapieform ist also keine Modeerscheinung, sondern gerade auch bei Allergien erprobt. Akupunktur ist nur ein Teil der chinesischen Medizin. Weitere Elemente sind Akupressur, Kräutermedizin, Qigong, Tuina (chinesische Massage) und Ernährung nach den 5 Elementen.
Wirkung der Akupunktur
Die Wirkungsweise der Akupunktur basiert auf der Vorstellung, dass der Körper von Meridianen, sog. Leitbahnen durchzogen ist, durch die das Lebenselixier Qi fließt. Durch das Setzen von Nadeln in spezifische Akupunkturpunkte entlang dieser Meridiane soll der Energiefluss reguliert und Blockaden gelöst werden. Akupunktur zur Behandlung von Heuschnupfen kann zur Linderung von Fließschnupfen, vermehrtes Niesen, juckenden und tränenden Augen und zur Verbesserung der allgemeinen Befindlichkeit sowie der Immunisierung beitragen.
Heuschnupfen und Allergien verstehen
Was sind Allergien
Allergien sind aus medizinischer Sicht fehlgeleitete Reaktionen des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Dabei erkennt das Immunsystem einen Stoff (das Allergen) fälschlicherweise als gefährlich und startet eine Abwehrreaktion.
Typische Allergene sind z. B.:
- Pollen
- Hausstaubmilben
- Tierhaare
- bestimmte Lebensmittel (Nüsse, Milch, Ei)
- Insektengifte
Was im Körper passiert
Beim ersten Kontakt bildet das Immunsystem spezielle Antikörper, meist IgE-Antikörper. Das Allergen bindet an diese Antikörper auf bestimmten Immunzellen (z. B. Mastzellen). Daraufhin werden Botenstoffen an die Zellen gesendet. Diese setzen Stoffe wie Histamin frei. Der Körper reagiert mit bestimmten Symptomen darauf.
Symptome bei Allergien
Allergien können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Einige der häufigsten Symptome sind:
- Hautausschläge und Juckreiz
- Niesen und Husten
- Atembeschwerden
- Magen-Darm-Beschwerden
Die genaue Ausprägung variiert je nach Art der Allergie und der individuellen Reaktion des Körpers auf das Allergen. Bei allergischer Rhinitis sind die Symptome oft auf die oberen Atemwege beschränkt, während andere Allergien den ganzen Körper betreffen können.
Was ist Heuschnupfen?
Heuschnupfen, auch als saisonale allergische Rhinitis bekannt, ist eine allergische Reaktion auf Pollen von bestimmten Bäumen, Gräsern und Kräutern. Diese Pollen werden durch den Wind verbreitet und können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen. Typische Symptome sind eine laufende Nase, Niesen, juckende Augen, Asthma oder eine verstopfte Nase. Heuschnupfen tritt saisonal auf, meistens im Frühjahr und Sommer, wenn die Pollenkonzentration in der Luft am höchsten ist.
Akupunktur bei Heuschnupfen
Wie Akupunktur bei Pollenallergien hilft
Die Akupunktur kann bei Heuschnupfen helfen, indem sie das Gleichgewicht und die Fähigkeit zur Homöostase im Körper wiederherstellt. Durch die Stimulation spezifischer Akupunkturpunkte können Heuschnupfen-Symptome wie eine laufende Nase, Niesen und juckende Augen gelindert werden. Akupunktur kann die Reaktion des Immunsystems beruhigen, sodass Allergiesymptome wie Niesen, Juckreiz oder eine laufende Nase schwächer werden.
Behandlung der allergischen Rhinitis
Die Behandlung der allergischen Rhinitis mit Akupunktur zielt darauf ab, die allergischen Reaktionen des Körpers auf Pollen zu reduzieren. Durch regelmäßige Sitzungen können die Symptome gelindert und die Lebensqualität verbessert werden. Die Akupunktur kann auch gut begleitend zur Schulmedizin eingesetzt werden, um die Wirksamkeit der Therapie zu erhöhen.
Akupunkturpunkte für Heuschnupfen
Es gibt verschiedene Akupunkturpunkte, die erfahrungsgemäß bei der Behandlung von Heuschnupfen besonders wirksam sind. Dazu gehören Punkte im Gesichtsbereich, an den Armen und Beinen, sowie am Ohr. Die Auswahl der Akupunkturpunkte erfolgt durch den/die Therapeuten/Therapeutin individuell basierend auf den spezifischen Symptomen und der individuellen Diagnose nach der traditionellen chinesischen Medizin. Dies optimiert die Akupunkturbehandlung.
Ist die Wirkung von Akupunktur bei Heuschnupfen bewiesen?
Ja, die Akupunktur wird in mehreren Studien, insbesondere bei der Behandlung von allergischer Rhinitis (Heuschnupfen), als wirksame ergänzende Therapie empfohlen. Studien zeigen, dass Akupunktur Symptome wie Niesen, laufende Nase und verstopfte Nase lindern und die Lebensqualität verbessern kann.
Hier sind die wichtigsten Studien und Studienergebnisse im Überblick:
- ACUSAR-Studie (Akupunktur bei saisonaler allergischer Rhinitis): Diese prominente, in der DFG-geförderten Studie (veröffentlicht u.a. bei Springer Medizin) zeigte, dass Akupunktur wirksamer ist als eine Schein-Akupunktur (Sham-Akupunktur) und als eine Kontrollgruppe, die nur Bedarfsmedikation erhielt. Die positiven Effekte hielten auch noch ein Jahr nach der Therapie an.
- Systematische Übersichtsarbeiten (Meta-Analysen): Eine Meta-Analyse von 39 Studien (3.433 Teilnehmer) ergab, dass alle Akupunkturmethoden in Bezug auf die Reduktion der Symptome (Total Nasal Symptom Score) und die Lebensqualität bei allergischer Rhinitis der Schein-Akupunktur überlegen waren.
Gute Alternative zur Hyposensibilisierung
Akupunktur kann eine gute Alternative zur Hyposensibilisierung sein, insbesondere für Patienten, die keine Injektionen vertragen oder eine natürliche Behandlungsmethode bevorzugen. Studien haben gezeigt, dass die Akupunktur bei allergischer Rhinitis und allergischem Asthma ähnliche Ergebnisse wie die Hyposensibilisierung erzielen kann. Die Wirksamkeit der Akupunktur ist erwiesen.
Wie lange dauert die Behandlung mit Akupunktur bei Patienten mit Heuschnupfen?
Die Dauer der Akupunktur-Behandlung bei Patienten mit Heuschnupfen variiert je nach Schweregrad der Symptome und individueller Reaktion auf die Therapie. In der Regel sind mehrere Sitzungen über einen Zeitraum von einigen Wochen erforderlich, um eine signifikante Verbesserung zu erzielen. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Akupunktur bei Heuschnupfen als eine Indikation.
Tipps für die Linderung der Symptome bei einer Pollenallergie
Die Akupunktur kann also eine wertvolle Ergänzung zur Linderung der Symptome einer Pollenallergie darstellen. Durch die Stimulation spezifischer Akupunkturpunkte kann die Akupunktur helfen, den Qi-Fluss zu regulieren und das Immunsystem zu stärken. Doch was kann man als Patient selbst tun?
Hier einige Vorschläge von mir für eine Akupressur bei Heuschnupfen
Akupressur ist wie Akupunktur eine zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehörende Heilmethode, bei der durch gezielten Druck mit Fingern, Daumen oder Ellbogen auf spezifische Punkte (Akupressurpunkte) massiert werden – ähnlich wie Akupunktur, nur dass bei Akupressur nicht genadelt wird. Akupressur eignet sich gut zur Selbstbehandlung. Man kann nichts falsch machen. Die entsprechenden Akupuressurpunkte werden kreisend für 1-3 Minuten mit spürbarem, aber nicht schmerzhaftem Druck massiert.
Akupressur: Wie massieren Sie richtig
Bei hoher Empfindlichkeit den Punkt sanft massieren (ca. 30 Sekunden), bei geringer Empfindlichkeit intensiver drücken oder kreisende Bewegungen ausführen.
Wichtige Akupressurpunkte zur Selbstbehandlung:
Die Punkte sollten 1-3 Mal täglich für ca. 1-2 Minuten mit leichtem bis festem Druck massiert oder gedrückt werden, idealerweise schon vor Beginn der akuten Pollensaison, um den Körper auf die Pollzeit vorzubereiten.
- Dickdarm 20 (LI20 / Yingxiang): Dieser liegt in der Vertiefung direkt links und rechts neben den Nasenflügeln. Er hilft besonders bei verstopfter Nase und Geruchsstörungen.
- Yintang (GV24.5 / Drittes Auge): Befindet sich genau zwischen den Augenbrauen. Er wirkt beruhigend, lindert Kopfschmerzen und Nasennebenhöhlenbeschwerden.
- Dickdarm 4 (LI4 / Hegu): Diesen finden Sie auf dem Handrücken in der Mitte des Muskelbergs zwischen Daumen und Zeigefinger. Ist bekannt für die Behandlung von Gesichtsproblemen (Augenjucken, Niesen) und zur Stärkung des Immunsystems. Nicht in der Schwangerschaft anwenden.
- Gallenblase 20 (GB20 / Fengchi): Befindet sich am unteren Hinterkopf, dort wo der Schädelknochen endet, etwa zwei Fingerbreit neben der Wirbelsäule in der Muskelgrube. Hilft bei juckenden Augen und Nackenschmerzen.
- Blase 2 (BL2 / Zanzhu): Direkt am inneren Ende der Braue, senkrecht über dem inneren Augenwinkel, spürst du eine kleine Einkerbung oder Vertiefung im Knochen. Gut bei tränenden, juckenden Augen.
- Lunge 7 (LU7 / Lieque): Dieser befindet sich am Unterarm, etwas oberhalb der Handgelenksfalte auf der Daumenseite. Wirkt lindernd bei Husten und Asthma.
Akupunktur als Teil der Therapie bei Allergien
Akupunktur kann als Teil einer umfassenden Therapie bei Heuschnupfen und Allergie eingesetzt werden. Oft wird sie in Kombination mit anderen Behandlungen wie Antihistaminika oder Nasensprays eingesetzt. Die Akupunktur kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, da die Akupunktur hilft und die Akupunktur wirkt.
Für wen ist Akupunktur geeignet?
Akupunktur ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder mit Heuschnupfen und Allergien geeignet, insbesondere für diejenigen, die eine natürliche Behandlung bevorzugen oder unter Nebenwirkungen anderer Medikamente leiden. Es ist jedoch wichtig, vor der Behandlung einen erfahrenen Therapeuten zu konsultieren, um die individuellen Bedürfnisse und Kontraindikationen abzuklären.
Gerne berate ich Sie.

